Dienstag, 23.10.2018 18:37 Uhr

Bad Kreuznacher Wochenmarkt

Verantwortlicher Autor: Juergen Rudolf Dikken-Wenzel bad kreuznach , 01.10.2017, 12:04 Uhr
Presse-Ressort von: Juergen Rudolf Dikken-Wenzel Bericht 7123x gelesen

bad kreuznach [ENA] Markttag in Bad Kreuznach. Lebendig, bunt, ein Anziehungspunkt nicht nur für Jene, die 'Lebensmittel' einkaufen wollen. Die Entstehung solcher Wochenmärkte allerdings geht zurück auf die Entwicklungszeit unserer Städte. Es waren meist Treffpunkte der Händler, mit Sicherheit zentraler Versorgungspunkt von Waren, von Lebensmitteln, die man selbst nicht herstellen konnte, mit einer ständig frischen Belieferung.

Die Ansiedlung solcher Märkte geschah also an gesicherten Wegenetzen. Die Belieferung sollte möglichst sicher sein und andererseits diente die bequeme Erreichbarkeit des Markt-Platztes einem guten Absatz, also Verkauf der Waren. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt eines funktionierenden Marktes war und ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Der Marktbesuch dient nicht alleine dem Anbieten von Waren aus zumeist ländlicher Produktion sondern auch dem gesellschaftlichen Umgang der Besucher. Also, wie hier in Bad Kreuznach sind das Zusammentreffen von Teilen der Bevölkerung wichtig. Ein Bummel über den Markt macht das deutlich: Es geht nicht nur um Obst, Gemüse, Eier, Blumen, Fleisch und Wurstwaren - es ist pure Unterhaltung - ganz gewiss.

Es ist also nicht nur die Bedeutung als Versorgungsorgang des Marktes, die haben Selbstbedienungsläden und der Lebensmittel-Einzelhandel längst in mehr als ausreichender Weise übernommen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch das Bewusstsein der Bevölkerung in Bezug auf Gesundheit, gesunde Ernährung, biologische Frischware. Die natürlich den Einstieg in das Verkaufs-Angebot auf dem Wochenmarkt leicht hatte. Denn woanders als beim Bauern auf dem Land, also der Umgebung der Städte, wusste man keine frischer anmutende Herkunftsquelle als den Bauernhof. Ökologischer Anbau durch den Bio-Bauer also war ein neues Spannungsfeld in dem sich absolute verkaufssichere und geldbringende Märkte etablieren konnten.

Regional soll die Ware möglichst sein. Solchermassen ausgezeichnet geht der Verkauf ...fast wie von selbst. Da haben auch Äpfel mit Runzeln noch eine grosse Chance. Und wenn der Markt-Platz dann auch noch einen gewissen Charme aufweist, dann ist die Akzeptanz sehr leicht. Der Faktor der Kommunikation ist gross, man trifft sich, plaudert, ein unüberhörbarer Faktor sind Krankheiten und familäre Ereignisse. Das sind zwar keine schönen Themen, jedoch sind es vielgewählte. Zeit spielt fast keine Rolle. Die Gruppen und Grüppchen sind es doch, die alles so interessant machen. Es ist also wichtig, dass der Platz der Geschehnisse geeignet ist. Wenn eine Stadtverwaltung dies wohl bedenkt, dann kann sie sich der Zustimmung der Bürger sicher sein.

Eine Kreuznacher Spezialität?

Irgendwie schon. Im Normalfall unterzieht man die angebotenen Waren einer genauen Betrachtung. Wählt gewissermassen schon aus dem meist hübsch aufgebauten Sortiment die schönsten Äpfel, die reifsten Birnen, die verlockendsten Erdbeeren und und und. Dazu, wie anders, wählt man einen möglichst guten Platz vor dem aufgetürmten Obst... wo sonst. Dann kann man auch den Kaufwunsch zielgerichtet vortragen und glücklich sein, dass man die Ware nach ureigenstem Wunsch mit nach Hause trägt. Aber nicht in Bad Kreuznach! Da findet sich mit Sicherheit irgend jemand, der mit einem Zwischenruf "Sie müssen sich hinten anstellen". Auch wenn rein zufällig gar keine weiteren Interessenten die Auslage betrachten - eine einzige Person genügt für diesen "Befehl"

"Sie müssen".

"Sie m ü s s e n!" Man beharrt in Bad Kreuznach auf die Rangordnung. Gleichwohl nirgendwo geschrieben steht, dass sich der einen künftigen Kauf prüfenden Vorab-Blick von rechts nach links am Stand zu bewegen hat. Oder manchmal auch von links nach rechts gerichtet. Ich persönlich habe keine Lust, mich vor aufgebahrten Hühnerbeinchen auf zu halten wenn ich auf der linken Seite herzhafte Bratwürstel sehe oder ein zünftiges Steak. Weshalb also sollte ich die ungeliebten, vielgehassten und mich persönlich anekelnden Geflügelteile vor mir sehen - wohlgemerkt, bis ich mich eines Gefühls des Ekel nicht mehr erwehren kann. Nur wegen der Rangordnung "links-rechts" und der unpassenden Kommando-Stimme "Sie müssen".

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